Der Höllenwald (1) Etwas Geschichte

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Der Höllenwald (1) Etwas Geschichte

Beitragvon Lost Empathy » 22. Jul 2012, 22:07

So, den ersten Teil möchte ich nun vorzeigen, wobei ich dazu sagen muss das das meiste zusammengeklaubt ist (daher auch die Quellenangabe). Ich wollte den Teil aber einbauen, da es dem Leser so einfacher fallen wird, in die Geschichten einzutauchen. Hier nun das erste Ergebnis:



Blutige Wälder
Man schrieb das Jahr 1944 als die US - Armee im August nach der erfolgreichen Eroberung des Nordatlantikwalls durch den Triumphbogen in Paris zog. Mit dabei war auch die 28. US-Infanteriedivision, die von ihrem bevorstehenden Schicksal nichts Ahnte.
Zusammen mit folgenden Divisionen zogen sie; obwohl es wegen ihres schnellen Vorstoßes Nachschubschwierigkeiten gab; in Richtung Westwall – Abschnitt „Hürtgenwald“:



1st Inf.Div. „Big Red One“
4th Inf.Div. „Ivy Division“
8th Inf.Div. „Golden Arrow or Pathfinder“
9th Inf.Div. „Octofoil“
78th Inf.Div. „Lightning“
83rd Inf.Div. „Thunderbolt“
104th Inf.Div. „Timberwolves“
82nd Abn.Div. „All American“
3rd Arm. Div. „Spearhead“
5th Arm. Div. „Victory“
7th Arm. Div. „Lucky Seventh“

Geführt wurde diese 120 Tausend Mann starke Armee von Courtney Hodges.

Man war sich Sicher, dass die Einnahme dieses Westwallgebietes ein Kinderspiel sein würde, doch dies war ein Trugschluss, denn die Karten die man zur Planung des Angriffes genommen hatte, waren sehr ungenau, deswegen konnte man die Unzugänglichkeit des Gebietes nicht richtig einschätzen. Desweiteren rechneten die Amerikaner nicht mit den Wetterverhältnissen des Herbstes, was den Feldzug zum Horrortrip werden ließ.


Zur selben Zeit nutzte die deutsche Wehrmacht die Zeit um den maroden Westwall zu reaktivieren und um sich neu zu formieren. Folgende Truppen waren im Hürtgenwald stationiert:



12. Volksgrenadier-Division
47. Volksgrenadier-Division
89. Infanterie-Division
272. Volksgrenadier-Division
275. Infanterie-Division
344. Infanterie-Division
353. Infanterie-Division
3. Fallschirmjäger-Division
116. Panzerdivision „Windhund“

Geführt wurden die Soldaten von Walter Model, die Truppenstärke ist bis heute unbekannt.

Ziel der deutschen Abwehr war es, einen alliierten Durchbruch zum Rhein zu unterbinden, um dadurch den Aufmarschraum für die geplante Ardennenoffensive zu bewahren. Die Alliierten wollten zwischen Aachen und Monschau in einem Waldgebiet bei Hürtgen (heute Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren) durchbrechen und den entlang der Rurfront stehenden deutschen Verbänden in die Flanken fallen. Umgekehrt fürchtete man, im Falle eines schnellen Vorstoßes zum Rhein im Flachland weiter nördlich Flankenangriffen aus der Eifel ausgesetzt zu werden. Deshalb versuchte man einen Frontalangriff durch die unwegsame Bergregion, welche die Verteidiger begünstigte.

Die Deutschen waren ihrerseits aus mehreren Gründen am Hürtgenwald interessiert. Er bot eine ausgezeichnete Verteidigungsstellung, und die dahinterliegende Rurtalsperre ermöglichte es, das Rurtal unter Wasser zu setzen und einen befürchteten amerikanischen Durchbruch in der Jülicher Börde zu durchkreuzen. Zudem wurde die Region als Aufmarschgebiet für die bereits in Vorbereitung befindliche Ardennenoffensive benötigt und musste deshalb in deutscher Hand bleiben, wollte man nicht die Geheimhaltung aufs Spiel setzen und sich der Gefahr von Flankenangriffen aussetzen.


Das Blutbad beginnt

Am 6. Oktober 1944 begann der Vormarsch der 9. Infrantrieeinheit gegen die 272. deutsche Infrantrieeinheit auf der gesamten Angriffsbreite des Waldes. Leider gelang es den Amerikanern in diesen Wäldern nicht, Ziele für die Artillerie und Luftwaffe zu finden. Zusätzlich war es wegen den Gelände- und Witterungsumständen unmöglich schweres Gerät wie z.B. Panzer einzusetzen; so blieb den Amerikanern nichts anderes übrig als zu Fuß Mann gegen Mann zu kämpfen. Ein weiterer Vorteil, den sich die Wehrmacht zu Nutze machte, war ihre Ortskenntnis und ihre Entschlossenheit, ihre Heimat zu verteidigen. Vermutlich spielte hier auch Verzweiflung eine Rolle, da die Verluste beim Rückzug aus Frankreich und Belgien erheblich waren.

Nach 10 Tagen erbitterter Kämpfe gewannen die Amerikaner gerade einmal etwas mehr als 2 km Gelände. Da beide Seiten geschwächt waren, flauten die Kämpfe langsam ab.
In dieser Zeit verloren die amerikanischen Truppen 4500 Mann, auf deutscher Seite starben 3200 Mann


Die Allerseelenschlacht

Am 26. Oktober wurde die 9. Infrantrieeinheit von der 28. abgelöst, die Wehrmacht musste mit dem Auskommen was vorhanden war, da Nachschub und weitere Einheiten fehlten.
Der von den Amerikanern für den 31. Oktober geplante 2. Angriff wurde wegen widriger Wetterverhältnisse auf den 2. November vertagt. Aus diesem Grund benannte man diese Schlacht „Die Allerseelenschlacht“.

Am 8. Oktober brachen die Amerikaner die Kämpfe ab, dabei blieben 6000 Soldaten auf dem Schlachtfeld zurück.

Am 16. November startete die 1. und die 9. US-Armee eine Großoffensive im Hürtgenwald. In diesem Feldzug fielen die Orte Hürtgen und Kleinau in amerikanische Hand. Weitere sollten folgen.

Am 16. Dezember hörten die Kämpfe im Hürtgenwald auf, da die Wehrmacht ihre Adennenoffensive starteten.
Nach der Niederschlagung der Adennenoffensive gingen die Kämpfe im Hürtgenwald am 10. Januar 1945 wieder von vorne los.

Am 8. Februar fällt der Ort Schmidt wonach die Kampfhandlungen im Hürtgenwald endeten.

Nach dem großen Schlachten

Über die die Anzahl der Gefallenen gibt es viele Kontroversen – was genaues weiß man nicht.

Was man allerdings weiß ist, das die US Armee im Zeitraum von September bis Dezember 1944 32000 Mann verloren haben. Davon fielen alleine am 28. November 6000 Mann.

Auf der deutschen Seite verlor man 16000 Mann, zudem kamen in diesem Zeitraum im Raum Aachen 90000 Mann in amerikanische Kriegsgefangenschaft.


Quelle: http://www.faehrtensucher.com
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Re: Der Höllenwald (1) Etwas Geschichte

Beitragvon Dragonheart-Sam » 8. Aug 2012, 18:03

Wow, echt interessant.
Daraus könnte man sicher eine oder mehrere Gruselgeschichten machen.
Aber ich finde, dass du das bereits sehr gut zusammengefasst hast.
Interessant, aber trotzdem nicht langweilig.

Die kleinen Rechtschreibfehler manchmal fallen gar nicht weiter auf, weil das Thema mich wirklich fasziniert. Bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.
Glg Babsi
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Re: Der Höllenwald (1) Etwas Geschichte

Beitragvon Lost Empathy » 11. Aug 2012, 17:07

Danke schön für dein Feedback.
Ich hab die Rechtschreibfehler nun daheim auf dem Rechner ausgemerzt, so dass ich das Dokument so in das E-book mit einbauen kann. Hab ja versprochen, für unsere Stübler eins zu machen und gedenke es auch umzusetzen.

In die Geschichtsinfo habe ich allerdings sehr filtern müssen, sonst wäre das wohl ein eigenständiges Buch geworden. Z.B. weiß niemand, das die Wehrmacht sehr gerne mit Mörsern und Granaten die Baumwipfel beschossen hat. Das hatte zur Folge, dass es einen permanenten Splitterregen gab, der die amerikanischen Soldaten grausam entstellt, getötet und zerstückelt hat. Ebenso unbekannt ist, dass die Wehrmacht zu der Zeit Glasminen verwendet hatte, die hatten die Eigenschaft, für die amerikanischen Minenräumer fast unauffindbar zu sein. Noch heute liegen sie vereinzelt herum, deswegen ist im Hürtgenwald das graben und stochern verboten - es besteht auf Jahrzehnte Lebensgefahr. Liegt so viel Munition herum, dass man damit nen neuen Krieg anzetteln könnte. Sogar Waffen werden immer wieder gefunden, manche sogar noch einsatzfähig (aber das sind ganz seltene Fälle). Ist schon heftig, der Hürtgenwald.
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