Loveparade 2010: Ein Desaster

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Loveparade 2010: Ein Desaster

Beitragvon Lantaris » 26. Jul 2010, 16:21

Einige von euch werden es sicher schon gehört haben, oder im TV gesehen haben. Die Loveparade 2010 in Duisburg endete mit einem tragischen Vorfall. Viele Tote und noch mehr Verletzte gab es und die Bilder die im Fernsehen gezeigt wurden, waren erschütternd und alptraumhaft.
Da graut es einem, wenn man daran denkt, in diesem Horrorszenario gesteckt zu haben, wäre man dabei gewesen. Zum Glück kann man nur sagen, hat man die Loveparadeberichte im TV verfolgt und nicht live vor Ort.
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Re: Loveparade 2010: Ein Desaster

Beitragvon Aericura » 26. Jul 2010, 18:59

Ja, unglaublich traurig und so, aber nicht für mich. Ich will ehrlich sein: Es ist tragisch für all jene, die (direkt oder indirekt) unter diesem Ereignis leiden müssen/mussten, aber ich denke nicht, dass jetzt jeder Zweite daherkommen und Erschütterung heucheln muss. In den Medien werden wir mit Gewalt und Katastrophen überschwämmt, insofern glaube ich, dass die meisten von uns sowieso zu abgestumpft sind, um nocht ernsthaft schockiert zu sein, wenn mal wieder so-u-nd-so-viele Menschen ums Leben gekommen sind.
Wenn man wirklich und wahrhaftig noch Gefühle für die Opfer aufbringen kann, spricht das für einen, aber alle anderen sollten nicht so tun als ob... Es gibt in Deutschland sowas wie Menschenwürde, die auch im Tode nicht endet und letzten Endes ist es genau diese Heuchelei, die die Menschenwürde der Opfer verletzt. Oder ehrt man neuerdings Mensche mit Lügen?
Außerdem wird über so etwas ja auch nicht mehr berichtet, sondern es wird breitgetreten. Ich zitiere hier mal Bastian Sick im Hörbuch "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod":

Und dann die Opfer: Natürlich, sie stehen im Zentrum der Katastrophe. Sie wollen wir sehen! Möglichst geschunden, blutüberströmt, weinend, auf einer Trage liegend!


Ich denke, das trifft es ziemlich gut.
Doch auch ich finde diesen Vorfall tragisch - aber weniger der Opfer wegen, sondern weil keiner der Verantwortlichen zu seinen Fehlern stehen will. Alle wissen, was passiert ist und woran es lag dass die Massenpanik ausbrach, aber von den Verantwortlichen will niemand davon gewusst haben und damit Gras über die Sache wachsen kann, wird nun eine langwierige Untersuchung angestellt, die niemandem nützt und letzten Endes nur den Effekt hat, das hart verdiente Geld des Steuerzahlers sinnlos zu verprassen.

In diesem Sinne: ein Hoch auf die morderne Gesellschaft und auf unsere Bürokratie!
„... dieses weiße Papier, das kein Ende nehmen will, brennt einem die Augen aus und darum schreibt man.“
(Franz Kafka, Brief an Milena Jesenská vom 31. Mai 1920)
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Re: Loveparade 2010: Ein Desaster

Beitragvon SandraG » 26. Jul 2010, 19:45

Da muss ich Aericura größtenteils Recht geben. Es ist wirklich schlimm, was passiert ist - ich kann da echt mitfühlen, weil ich auch Platzangst habe. Schon allein der Gedanke, dass ich da in dem Tunnel festgesteckt hätte, muss mit mindestens 2 Baldrianpillen und einem guten Bier bekämpft werden... :shock: . Sicher ist auch, dass sehr viele Sicherheitsvorschriften nicht befolgt wurden, trotz der Warnungen im Vorfeld. Aber wo viele Menschen sind, kann halt auch viel passieren - besonders schlimm finde ich allerdings die Berichterstattung der Bildzeitung (siehe deren Homepage), die dieses Thema ekelhaft aufreißerisch behandelt. Muss man denn aus so einem Unglück auch noch Profit (=höhere Auflagen) erzielen??

LG Sandra
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