Eure schlimmsten Erfahrungen?

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Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon Aylen » 10. Aug 2010, 15:06

Mir gingen letzte Nacht einige Dinge durch den Kopf, die ich wohl niemals werde vergessen können.
Wie geht es euch? Habt ihr schon schreckliche Dinge erlebt? Oder jemanden verloren, den ihr vermisst?

Also ich habe schon 2 Menschen verloren.
-Paddi, durch einen sehr, sehr schlimmen Motorradunfall(5 min bevor er ankam, haben wir noch SMS geschrieben)
- und Matthias, er war sehr sehr lange mein bester freund. Weshalb ich auch "Fluch der Magie", ihm wittme.

Deshalb komm ich auch auf die nächsten Fragen:
-Wie geht ihr mit dem Thema sterben um?
-Wie verarbeitet ihr?
-Was bedeutet für euch Ewig?
- Was wenn es keinen Trauerplatz gibt?
-und dann noch: Verbrennen oder vergraben?

Einige Fragen, die mir einfach mal durch den Kopf gespuckt sind^^
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon Dragonheart-Sam » 11. Aug 2010, 16:04

h
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon Aericura » 20. Aug 2010, 01:57

Ich habe ganze zwei Erfahrungen gemacht, die ich WIRKLICH schlimm finde.

Als ich 14 war, ist mein Opi gestorben. Das wirklich SCHLIMME daran ist, dass ich ihn an diesem Tag morgens noch gesehen habe. Er fragte mich, wie es mir geht und ich sagte "Gut, außer dass ich jetzt in die Schzle muss" und er sagte ironischerweise "Ich bin auch zehn Jahre zur Schule gegangen und ich lebe immer noch."
Dann bin ich gegangen. Und ich habe mich nicht verabschiedet. Danach hatte ich keine Chance mehr dazu. Er hatte einen Herzinfarkt, während ich in der Schule war...

Das zweite war mein Schwangerschaftsabbruch.

Ich schriebe sehr viel über den Tod, weil ich ihn wahnsinnig faszinierend finde. Aber über Todesfälle komme ich nur schwer hinweg, denn ich trauere "häppchenweise" - darum dauert es bei mir laaaaaaange. Aber irgendwann hört es dann doch auf, wehzutun...
Ewig ist für mich ganz klar alles, was nicht nur über die kurze Zeitspanne eines Lebens hinausgeht, sondern bis in die Unendlichkeit andauert.
Für mein Baby gibt es keinen Ort, an den ich gehen kann, um zu trauern. Darum will ich mich selbst zum Grabmal meines Kindes amchen. Wenn ich das Geld (und den Mut... :oops: ) aufbringe, will ich mich tätowieren lassen. Das Motiv steht auch schon fest.
Ich will mich definitiv verbrennen lassen. Ich halte es für würdevoller, als langsam von Würmern zerfressen zu werden. Außerdem haben meine Kinder dann weniger Arbeit und Kosten mit meinem Grab - Urnengräber kosten nämlich weniger! Aber dafür soll mein Grabstein etwas ganz Besonderes sein!!! :lach:
„... dieses weiße Papier, das kein Ende nehmen will, brennt einem die Augen aus und darum schreibt man.“
(Franz Kafka, Brief an Milena Jesenská vom 31. Mai 1920)
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon Aylen » 20. Aug 2010, 05:47

Oje, das tut mir Leid für euch...ich hoffe mit diesem Thema habe ich nicht erneut, alte Wunden aufgebrochen?
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon Lantaris » 20. Aug 2010, 10:01

@Aericura: Auch meine Meinung. Ich möchte ebenfalls verbrannt werden, denn schon der Gedanke dass sich allerlei Getier an mir satt fressen würde, bereitet mir Magenschmerzen. Ich finde Verbrennungen sind einfach "sauberer", und nachfolgende Generationen haben keine zusätzliche Arbeit (Grabpflege usw.). Meine Mutter wurde verbrannt und auch mein Vater.
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon SandraG » 20. Aug 2010, 19:12

Ja, sterben muss jeder einmal. Vor 6 Jahren ist meine Mutter gestorben, sie war lange krank und es war absehbar, dass es nicht mehr lange geht. Sie hat noch sehr viel leiden müssen, hat mich am Ende nicht mehr erkannt und ist dann aus einem künstlichen Koma nicht mehr erwacht. Obwohl es wie gesagt absehbar war (es ging um Tage), war es trotzdem eine Katastrophe und hat uns alle ganz schön mitgenommen. Damals steckte ich gerade im letzten wichtigen Prüfungsjahr meines Abendstudiums als Betriebswirtin und ich konnte es mir daher nicht leisten, zusammenzuklappen. Ich habe durchgehalten bis nach den Prüfungen. Dann hatte ich mein Tief, das über ein Jahr angedauert hat.

Umso schmerzhafter ist es jetzt gerade, dass mein Daddy sich wieder ne Freundin zugelegt hat, die das komplette Gegenteil von meiner Mutter ist - respektlos, frech, egoistisch und nur auf ihren Vorteil bedacht. Meine Mutter hätte sich keine Sekunde mit dieser Person auseinandergesetzt. Und die setzt sich nun ins Haus zu meinem Daddy, hat sämtliche alten Spuren von früher beseitigt und meinen Daddy total hörig gemacht, dass er nicht mehr wiederzuerkennen ist. Das tut so was von weh!!!! Ich weiß im Moment nicht, wie es weitergehen soll. Aber einen Streit will ich auch nicht vom Zaun brechen. Er merkt nämlich gar nicht, wie negativ er sich entwickelt hat, wie egoistisch und selbstsüchtig er plötzlich ist. Und die Tussy stänkert bei meinem Daddy nur über mich und ich krieg dann halt mal wieder nen Anschnauzer, wenn ich ihn sehe.

Obwohl ich ein gläubiger Mensch bin, hatte ich lange Zeit schreckliche Angst vor dem Tod. Aber der gehört einfach zum Leben und irgendwann ist es halt für jeden mal soweit. Gerade in schweren Zeiten denke ich manchmal, dass es ja nicht viel schlimmer kommen kann als es jetzt gerade ist. Denn es wird weitergehen - und der, der auf Erden Schlimmes und Hartes erlebt hat, wird rehabilitiert, da bin ich mir ganz sicher!

LG Sandra
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon gundula » 20. Aug 2010, 20:36

hallo, sandra,

dein bericht über deinen vater hat mich sehr betroffen gemacht! ich kann dich sehr gut verstehen. und ich möchte dir einfach erzählen, wie es mir ergangen ist.

mein vater ist nach längerer krankheit verstorben, als ich gerade 18 jahre alt war, meine geschwister 17 und 15 jahre alt. kaum zwei monate nach seinem tod lernte meine mutter ihren zweiten mann kennen. ich war in dieser zeit überstür zu hause aus-, dieser mann eingezogen. die familie, meine geschwister waren noch in ausbildung, gab es nicht mehr. er nahm selbstverständlichst die position meines vaters ein, trug seine armbanduhr, sass an seinem platz.... hatte kein verständnis für familie und die bedürfnisse gerade vaterlos gewordener teenager...

dieser mann hat meine mutter völlig vereinnahmt, ich brauchte lang angekündigte termine, um sie vielleicht sehen zu können. wenn ich einfach nur so mit ihr am telefon plaudern wollte, hiess es: du brauchst ja nicht mit allem zu deiner mutter kommen!

ich war damals schon 18. und ich hab auch bald geheiratet. aber jetzt im nachhinein habe ich das gefühl, mir fehlen die mütterlichen wurzeln. weil sie wirklich nie zeit hatte. und nach wie vor nicht hat. obwohl ich sie im aufarbeiten meiner kindheit oft gern fragen würde....

ich habe mich lange mit der frage nach der art der beziehung zu meiner mutter geplagt. und sehr viel geschluckt. erst heuer sagte sie zu mir: du nimmst mir die brave tochter! – ich war von uns dreien immer die angepasste gewesen . jetzt steh ich auf eigenen beinen. und ich stehe dazu, dass es mir ohne nahe beziehung zu meiner mutter besser geht. sicher nicht gut. – mein traum ist natürlich eine beziehung, in der wir uns spannungsfrei begegnen können. vielleicht wird das auch niemals möglich sein....

die spannungen zwischen meiner mutter und mir haben mir viel zu viel an energie genommen. so komme ich mit meinem leben leichter zurecht. und mein leben kann nur ich leben und gestalten.

alles, alles liebe dir, und viel kraft, wenn es dich schmerzt, und du nicht weiterweisst. und wenn du magst, eine verständnisvolle umarmung.
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon snowy » 21. Aug 2010, 13:35

Hallo
ich bin tief betroffen von euren Berichten. Ich habe meinen Vater vor fast 20 Jahren verloren. Das war auch echt schlimm. Erst habe ich viel getrauert ,dann habe ich es akzeptiert und viele Jahre ihn sogar gar nicht mehr vermisst. Jetzt vermisse ich ihn jedoch sehr, besonderes da das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter sehr kompliziert ist. Ich glaube mein Vater würde (meistens) auf meiner Seite sein. Denn alle sagen das meine Mutter sehr schwierig ist. Ich komme sowie so mehr nach meinen Vater als nach meiner Mutter.
Dieses Jahr wäre er 81 geworden. Eine ganz liebe Umarmung und viel Kraft und Liebe sendet euch Rebecca. :roll: snowy
Schreiben ist ein Spiel,mein Lieblingsspiel!
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon SandraG » 21. Aug 2010, 23:58

Hallo Rebecca, hallo Gundula,

vielen Dank für Eure Berichte. Es tut mir sehr gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die unter einem Prtnerwechsel zu leiden hat.

Heute hat mein Bruder seinen Geburtstag nachgefeiert (er hatte am 18.08.) und natürlich lädt man da die ganze Familie (samt Anhang...) ein. Mir ist aufgefallen, dass mein Daddy trotz allem Getasche und PlaPlaPla nicht übermäßig glücklich ist mit seiner Tussy. Er hat sogar mal vor allen zu ihr gesagt: "Soll ich mich von dir trennen?" Ich im Suff (hatte schon Bier getrunken): "Jaaaaaaaaa".

Im Klartext: Er weiß sehr wohl, dass es nix Ernstes sein kann - er unterdrückt es aber und tut so, als wäre alles in Ordnung. Das einzige, was bei denen wohl wirklich toll isst, ist der S..! Entsprechende Sprüche hat mein Daddy ja immer parat. Ich habe die Hoffnung, dass er es trotz allem kapiert und mit der nicht die große Zukunft plant!!!!

LG Sandra
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Re: Eure schlimmsten Erfahrungen?

Beitragvon gundula » 27. Aug 2010, 18:48

hej,

du stellst fragen, über die es sich wohl lohnt, nachzudenken.

- Wie geht ihr mit dem Thema sterben um?
sterben ist wohl das einzige, dem niemand entkommt. und mit dem wohl die meisten nicht sehr gut zurecht kommen.
ich war einige jahre rot-kreuz-helferin und seelsorgerin im krankenhaus. da hab ich doch einiges gesehen und erlebt.

ich durfte es erleben, wie eine ganz liebe freundin (schon über 80 jahre) nach einem schlaganfall und einer woche koma gestorben ist. - natürlich war ich traurig. aber es war so schön zu erleben, wie sich im sterben ihre ganze mimik entspannt hat, und ein gelöster ausdruck in ihr gesicht kam. ihr ganzes sterben war stimmig.

ich hab aber auch erlebt, wie jemand sterben wollte, und er musste tag für tag weiterleben. bei mir ist dabei der gedanke aufgekommen, dass dieser mensch in seinem leben nicht alles geregelt hat, und dadurch nicht loslassen konnte. was dann wohl auch so war.

meine oma ist einfach über nacht "eingeschlafen". ohne krankheit oder irgendetwas. es war einfach ihre zeit. das war für mich ein wunderschönes geschenk an sie.

ein junger student, ein rot-kreuz-kollege, ist durch einen suizid gestorben. das begräbnis hat an menschenmassen und zeit allen rahmen gesprengt. und es war sehr, sehr berührend.

im lauf der jahre bin ich zu der überzeugung gekommen, der tod kommt für jeden menschen zur rechten zeit. dieses eine leben hat seine fülle gehabt. was auch immer man darunter verstehen mag.

auch wenn es für mich eine sehr grosse frage ist, wenn manche menschen jahrelang bettlägrig sind und dahinsiechen.


- Wie verarbeitet ihr?
ich bin jemand, der viel zu viel nachdenkt. mir geht auch vieles näher, als gut ist. was mir bei all dem hilft, ist reden.... reden.... reden.... und ganz bewusst dinge tun, die mir gut tun.

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