16. *über ein Titel studier*

Die Mehrteiler-Story KOMPLIZIERTE LIEBE von Nailra

16. *über ein Titel studier*

Beitragvon Nailra » 27. Feb 2011, 19:24

Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. *unschuldig schau*

Ich schlüpfte in mein rotes Kleid und betrachtete mich im Spiegel. Ich konnte es immer noch nicht glauben, dass ich es rechtzeitig geschafft habe! Kein Wunder, dass Kai so oft angerufen hatte. Es war schliesslich Freitag… und heute Abend war unser erstes offizielles Date. Bis um halb sechs hatte ich geschlafen (!) und dann, als ich dann endlich aufgewacht bin, war Vinc in meinem Zimmer und hatte sich entschuldigt. Seit dem waren eine Stunde und 32 Minuten vergangen und Vinc war nicht mehr aus dem Zimmer gekommen, als er gehört hatte, wie ich und Kai am Telefon von heute Abend sprachen. Ein Stich des Mitleids durchzuckte mich und ich verstand nicht wieso…
Ich warf kurz einen Blick auf die Uhr. Mist. Ich musste mich beeilen, es war schon halb sieben! Um sieben würde Kai da sein… und er kam nie zu spät. Ich setzte mich, so gut es ging, vor dem Spiegel hin und fing an mich zu schminken. Ich summte ein Lied vor mir hin, als jemand sachte an meine Tür klopfte.
„Herein“
„Cora… was machst du gerade?“ Vinc kam ins Zimmer und schloss die Tür hinter sich.
„Ehm mich schminken, wie du siehst“
„Du solltest nicht übertreiben… mit weniger Schminke siehst du viel besser aus, wenn du mich fragst.“
„Ich habe dich aber nicht gefragt.“, erwiderte ich und warf Vinc, der sich auf die Bettkante gesetzt hatte, einen grimmigen Blick zu. Er hob unschuldig die Hände.
„Tut mir leid. Musst nicht gleich zickig werden!“
„Ich und zickig? Vielen Dank auch! Was willst du überhaupt?“
„Ich wollte dir nur sagen, dass Kai nicht der vertrauenswürdigste Mann ist denn es gibt. Er kann Jede haben, das weiss er und genau das nützt er aus. Pass einfach auf.“
„Schön! Danke für diese Warnung. Falls du nur hier bist, um mich vor Kai zu warnen, was mir sehr seltsam vorkommt, da ich dachte, dass ihr beste Freund e seid, dann kannst du gleich wieder gehen.“
Ich lächelte ihn geheuchelt an. Er schaute mir einige Sekunden in die Augen, dann stand er auf und verliess mein Zimmer. Ich wandte mich wieder dem Spiegel zu und schminkte mich weiter.
„Er kann Jede haben, das weiss er und genau das nützt er aus“, spottete ich Vinc Stimme nach.
„Tzzz, dass ich nicht lache!“

Ungeschickt versuchte ich meinen Salat elegant und sexy zu essen. Warum ich das versuchte? Ich weiss es selber nicht. Kai sass mir gegenüber und schaute mir amüsiert zu. Er trug eine dunkle Jeans und ein weisses Hemd dazu. Die obersten Knöpfe waren offen und gaben den Blick auf eine sonnengebräunte Haut dar.
„Was ist?“, fragte ich, als er anfing breit zu lächeln.
„Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sein Salat so bedächtig ist.“
„Wenigsten esse ich einen, nicht so wie du.“
„Ich hatte zwar keinen Salat, aber ein Crevetten-Cocktail“, verteidigte er sich.
„Für mich ist das aber keine Vorspeise.“
Er lächelte und versuchte das Thema zu wechseln:„ Schade, dass ich letzten Sonntag nicht ihm Park war. Ich habe so einiges versäumt.“ Er zwinkerte mir zu. Ich tat, als wisse ich von nichts.
„Die Jungs haben mir so einiges erzählt.“ Er lachte. Ich fand es überhaupt nicht lustig und schaute ihn ernst an.
„Ich weiss nicht, was daran so lustig sein soll.“
Bestürzt schaute er mich an.„Ist etwas nicht in Ordnung?“
Lass die schlechte Laune nicht an Kai aus… „Tut mir leid, Kai.“ Ich brachte ein Lächeln zu standen. Die Serviertochter kam mit unserem Essen. Kai hatte sich irgendetwas fischiges und ich Spaghetti bestellt.
„Ach ja… ich wollte dir noch was fragen.“ Gespannt schaute er mich an.
„Du findest mich also heiss?“ Kai verschluckte sich und musste heftig husten.
„Was?“
„Weisst du nicht mehr? Ann hat sich verplappert… beim Abendessen.“ Seinem Gesichtsausdruck nach, erinnerte er sich.
„Ah, das… ehm…“
„Ist schon gut. Schön das ich es weiss.“
„Über Ann sollte ich dir noch etwas erzählen… Sie ist nicht eine richtige Corney. Sie wurde adoptiert.“
Ich erinnerte mich an das Familienfoto, dass in Vinc Büro hing. Da waren nur die drei Brüder und ihre Eltern drauf gewesen.
„Und sie ist behindert… Nein, du verstehst mich falsch. Ich beleidige sie nicht, sie hat eine psychische Behinderung. Im Kopf.“ Er tippte sich an die Stirn.
„Ok, ich bin nicht bescheuert. Du musst es mir nicht noch zeigen.“ Er fing an laut zu lachen. Ich stimmte in sein Lachen ein. Wir assen auf und bestellten uns Nachtisch für Zwei. Ich starrte den Eisberg erschrocken an, den uns die Serviertochter vor uns in die Mitte stellte.
„Morgen ist Sport angesagt.“, murmelte ich. Kai schob sich ein riesen Löffel Schokoladeneis in den Mund.
„Wie kannst du so viel essen und nicht zu nehmen?“
Er grinste über beide Ohren.„Eifersüchtig?“
„Wenn du es genau wissen willst: Ja.“
„Schon vergessen: Eishockey spielen ist mein Beruf. Es ist egal was ich esse, ich trainiere es mir am nächsten Tag sowieso weg.“ Ich verdrehte die Augen.
„Glückspilz“ Im Hintergrund ertönte Swan lake aus den Lautsprechern. Ich schloss die Augen genoss die Musik.
„Was hast du?“ Ich bedeutete ihm nichts zu sagen indem ich einen Finger an die Lippen legte.
Nach wenigen Augenblicken wechselte es zu harten Beats. Ein Cover. Verärgert öffnete ich die Augen und rief die Serviertochter heran.
„Könnten Sie bitte Lied wechseln?“ Die Serviertochter schaute mich seltsam an, ging jedoch umschalten. Kai schaute mich noch seltsamer an.
„Ich habe Ballett getanzt und dieser Song bedeutet mir immer noch sehr viel.“
„Du hast Ballett getanzt?!“ Er war überrascht.
„Ja. Ich war ein kleines Mädchen und ja… mach dich nicht darüber lustig.“
Er schüttelte den Kopf.„Oh nein, ich mach nicht über dich lustig. Ganz im Gegenteil. Warum machst du es nicht mehr?“
Ich schluckte den Kloss hinunter und sagte leise:„ Nach dem Tod meines Vaters hat sich vieles verändert.“ Kai verstand, dass ich nicht darüber reden wollte und wechselte Thema. Ich war ihm dankbar und versuchte ihm zuzuhören. Er erzählte mir Sachen von seiner Kindheit und dass er zuerst Rugby gespielt hatte, aber ich hörte nur halb hin. Immer wieder schweiften meine Gedanken ab. Er bemerkte es und fragte mich:„ Soll ich dich nach Hause bringen?“
Ich nickte dankbar.

„Es tut mir leid, dass der Abend so zu Ende geht.“ Kai hielt vor der Eingangstür.
„Ach, mach dir kein Kopf. Ein andermal wird es ein besseres Ende haben.“
Wir küssten uns zum Abschied lange. „Ich melde mich bei dir.“, sagte ich und stieg aus. Ich schaute dem Auto nach, bis es um die Ecke bog. Ich stieg schnell die Treppen hoch und verschanzte mich in mein Zimmer. Ich konnte die Tränen nicht mehr zurück halten. Das waren alte Wunden, die jetzt wieder aufgerissen worden waren. So viele Erlebnisse, die wieder hoch kamen. Ich gab mich ihnen hin und schlief dann irgendwann ein…

:feedback: (Vielleicht habt ihr ja noch eine Idee für den Titel. Mir ist nichts eingefallen)
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Re: 16. *über ein Titel studier*

Beitragvon Aericura » 14. Mär 2011, 11:42

Lange musstest du warten, aber jetzt bin ich wieder da und setze gnadenlos den Rotstift an.

Erstmal mein Vorschlag für den Titel: Vielleich "Das erste Date"? Immerhin geht es genau darum. ;)

Dann eine Frage: Was ist eine Serviertochter? Viellicht die Kellnerin?

Und nun der Rotstift:

Nailra hat geschrieben:und dann, als ich dann endlich aufgewacht bin


Ich würde das zweite "dann" streichen.

Nailra hat geschrieben:Ich setzte mich, so gut es ging, vor dem Spiegel hin und fing an mich zu schminken. Ich summte ein Lied vor mir hin, als jemand sachte an meine Tür klopfte.


Zweimal "hin" ist mir ehrlich gesagt zu viel. Warum nicht einfach "Ich setzten mich, so gut es ginh, vor den Spiegel"?
Allerdings frage ich mich, warum "so gut es ging"? Hat Cora steife Beine?

Nailra hat geschrieben:gaben den Blick auf eine sonnengebräunte Haut dar.


Vielleicht "boten den Blick ... dar" oder "gaben den Blick ... frei"?

sein Salat


seinen Salat. Ist schließlich der Salat und nicht das Salat. ;)

Ich brachte ein Lächeln zu standen.


zustande

ich wollte dir noch was fragen.


dich

Sie ist nicht eine richtige Corney.


"nicht eine" = "keine"

Ansonsten... Warum reicht so eine Kleinigkeit, um die alten Wunden wieder aufzufreißen? Wenn das so bedeutsam war, musst du das dringend demnächst erklären, sonst ist Coras Trauer nicht verständlich. Denn wenn es alte Wunden sind, dürften sie nicht so leicht aufzureißen sein. Wenn sie so schlecht verheilt sind, würde Cora ja ständig heulen. Also dringend erklären!

Ich warte auf Teil 17. ;)
„... dieses weiße Papier, das kein Ende nehmen will, brennt einem die Augen aus und darum schreibt man.“
(Franz Kafka, Brief an Milena Jesenská vom 31. Mai 1920)
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Re: 16. *über ein Titel studier*

Beitragvon Nailra » 14. Mär 2011, 16:21

Dann eine Frage: Was ist eine Serviertochter? Viellicht die Kellnerin?

Genau. Serviertochter ist ein schweizerischer Begriff für Kellnerin.

Ansonsten... Warum reicht so eine Kleinigkeit, um die alten Wunden wieder aufzufreißen? Wenn das so bedeutsam war, musst du das dringend demnächst erklären, sonst ist Coras Trauer nicht verständlich. Denn wenn es alte Wunden sind, dürften sie nicht so leicht aufzureißen sein. Wenn sie so schlecht verheilt sind, würde Cora ja ständig heulen. Also dringend erklären!


Ja, da gebe ich dir recht. Mal schauen ob ich es schon in Teil 17 erkläre. Momentan ist das Blatt noch weiss... O_o
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