Komplizierte Liebe - 1.Überraschung

Die Mehrteiler-Story KOMPLIZIERTE LIEBE von Nailra

Komplizierte Liebe - 1.Überraschung

Beitragvon Nailra » 8. Jun 2010, 21:22

Eine Idee, die ich überarbeitet habe. Ich möchte gern eure Meinung dazu hören und wissen, ob ich weiter schreiben soll :D
Überarbeitungen: II

So kam es also. Ich stand hier vor der Tür meines Bruders mit einem riesen Koffer und mein schlechtes Gewissen quälte mich.„Stell dich nicht so an!“, dachte ich mir und klingelte. Als mein Bruder die Tür öffnete schaute er mich überrascht an.
„Überraschung!“
„Das kannst du laut sagen! Was machst du hier?! Ich dachte du bist in Kanada!“
„Nein, denn ich habe…ich habe die Schule geschmissen…“
„Du hast was?!“
„Ja, ich hatte kein Bock mehr auf diese Scheisse! Aber könnten wir das bitte nicht im Treppenhaus besprechen?“
„Na gut, komm rein“, sagte er überrumpelt, mich vor seiner Haustür zu sehen.
Mein Bruder war in die kleine Küche gegangen, die an dem Wohnzimmer angrenzte, setzte Wasser auf und machte zwei Tassen bereit und ich liess mich im Wohnzimmer auf dem Sofa nieder und schaute mich um. Man merkte dass es eine Männer-WG war. Es war ein riesen Chaos…
„Zum Glück bin ich jetzt ja da…“, murmelte ich vor mich hin.
„Hmm?“, fragte mich mein Bruder der mir einen dampfenden Kaffee reichte.
„Nichts“ Es war noch nicht der passende Zeitpunkt.
„Also warum bist du nicht in Kanada?!“
„Habe ich dir ja bereits gesagt: Weil mich die Schule angeschissen hat und ich sie dann geschmissen habe!“
„Das heisst, du möchtest nicht mehr eine grosse Anwältin werden?“
Als Antwort konnte ich nur ein gequältes Lächeln aufsetzten.
„Weiss es Mom?“ Bei diesen Worten wurde ich ganz still und mein Körper versteifte sich.
„mhm…“
„Cora, sag mir die Wahrheit!“
„Sie weiss es!“
„Wie hat sie reagiert?“
„Das kannst du dir ja vorstellen!“ Florian nickte wohlwissend. Wahrscheinlich glaubte er, ich hätte so reagiert weil Mom mich angeschrien hat. Dass sollte auch so bleiben, nicht dass er Mom noch anruft!
„Und wo ist dein Mitbewohner?“, fragte ich ihn um das Thema zu wechseln.
„Am Arbeiten, zufälligerweise? Das was ich eigentlich auch machen sollte!“
„Oh, du musst heute arbeiten?“
„Ja, ich arbeite manchmal auch an Samstagen…“
„Ehmmmm Flo, ich hätte da eine kleine Frage…“
Die Farbe wich aus seinem Gesicht, wahrscheinlich wusste er was jetzt kommen würde.
Er brachte nur ein „Schiess los“ über die Lippen. Ich atmete noch einmal tief ein bevor ich anfing zu sprechen:„Könnte ich für eine Weile bei dir Wohnen? Es ist wirklich nicht für lange! Nur so lange, bis ich genügend Geld habe um mir eine eigene Wohnung zu leisten…“
Er schaute mich kopfschüttelnd an.
Er seufzte laut, stand auf und bedeutete ihm zu folgen. Wir liefen durch den langen weissen Flur und Florian öffnete die Tür vom hintersten Zimmer. Es war ein mittelgrosses Zimmer, mit einem blauen Sofa, einem braunen Schrank, einem mit Papier überhäuften Schreibtisch und einem riesen Regal mit hunderten von Büchern, welches die ganze Wand gegenüber der Tür einnahm. Es hatte zwei kleine Fester.
„Voilà, unser Gästezimmer!“, sagte Florian stolz.
„Das soll euer Gästezimmer sein?! Das ist doch nicht dein Ernst?“
„Naja, es sieht eher aus wie…“
„wie auf einer Müllhalde!“, unterbrach ich ihn.
„Übertreib nicht! Auf jeden Fall, wird das ab heute dein Zimmer. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du dir bei Jemand anderes ein Zimmer suchen.“
„Nein, nein. Schon gut!“, sagte ich schnell. Ich hatte wirklich keine Lust in ein Hotel zu gehen oder am schlimmsten meine Mutter an zu rufen. Sie wusste noch nicht einmal, dass ich nicht mehr in Kanada war!
„Ich muss jetzt zur Arbeit, bis später!“Er drehte sich um wollte zur Haustüre hinaus als ich ihm hinter her schrie: „ Danke, Flo!“
„Kein Problem, Schwesterchen!“, rief er zurück und die Tür fiel ins Schloss.
Für die nächsten Wochen hatte ich jeden Falls ein Dach über dem Kopf, das war schon mal nicht schlecht.
Zuletzt geändert von Nailra am 14. Jun 2010, 19:36, insgesamt 4-mal geändert.
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liegt nicht ausser uns, sondern in uns.

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Re: Komplizierte Liebe - Part 1

Beitragvon Aericura » 8. Jun 2010, 22:19

Eine Männer-WG! Da hätte ich auch drauf kommen können! XD Schreib auf jeden Fall weiter! Das interessiert mich jetzt wirklich!

Aaaaalso, dann will ich mal anfangen:

Nailra hat geschrieben:„Das kannst du laut sagen! Was machst du hier?! Ich dachte du bist in Kanada!“
„Nein, ich steh ja vor deiner Tür dann kann ich nicht in Kanada sein.“
„Das ist mir schon klar, aber warum bist du DA?!“
„Weil ich nicht DORT bin!“


Das Wortspiel mag vielleicht zu Cora passen, die ja noch nicht sooo reif zu sein scheint, aber Flo sollte man in sowas nicht verwickeln können. Dafür ist es dann doch zu kindisch. Außerdem passt es nicht ganz in die Situation, denn Cora ist ja ziemlich nervös und meist ist man dann nur bedingt zu Scherzen aufgelegt. Aber an sich ist es witzig und mit einem passenderen Dialogpartner solltest du es zu einem späteren Zeitpunkt ruhig einbauen.

Nailra hat geschrieben:„Ja, ich hatte kein Bock mehr auf diese Scheisse! Aber könnten wir das bitte nicht im Treppenhaus besprechen? Die Nachbarn werden sich noch denken.“
„Naja, wo du recht hast, hast du recht! Komm rein, Schwesterchen.“


Dass Cora vorschlägt, in der Wohnung weiterzureden, ist nachvollziehbar, aber Flo scheint mir dann doch zu überrumpelt, um sofort eine so lockere Antwort zu geben. Da solltest du ihn unsicherer klingen lassen. Außerdem kann ich mich mit dem Ausspruch "Die Nachbarn werden sich noch denken" nicht anfreunden. Das klingt irgendwie unvollständig.

Nailra hat geschrieben:Ich liess mich im Wohnzimmer auf dem Sofa nieder und schaute mich um. Man merkte dass es eine Männer-WG war. Es war ein riesen Chaos…


In ihrer Aufregung hat Cora die Nerven, die Wohnung ihres Bruders zu beurteilen? Respekt! Also mir würde das wahrscheinlich gar nicht auffallen, bis ich mich beruhigt habe.

Und zum Kaffee: Wo hat er den auf einmal her? Nirgends steht, dass er in die Küche geht, oder dass er überhaupt etwas getan hat, nachdem Cora in die Wohnung gegangen ist. Und dass er, einer Vorahnung folgend, gleich eine zweite Tasse eingeschenkt und auf den Wohnzimmertisch gestellt hat, bevor sie ankam, kann ich mir nicht vorstellen. ;)

Dann die Anspielung auf Florians Arbeit. Cora ist ja mit einem bestimmten Ziel zu ihm gekommen: Sie will bei ihm wohnen. Wenn sie ihm lediglich erzählen wollte, dass sie die Schule geschmissen hat, könnte ich es verstehen, dass sie vom Thema ablenkt, aber unter den gegebenen Umständen erscheint es mir sinnvoller, möglichst schnell zur Sache zu kommen, damit sie es hinter sich hat.

Dass sie in Bezug auf ihre Mutter ausweicht, kann ich wiederum verstehen. Dass nur von der Mutter die Rede ist, wirft natürlich eine Frage auf, die du hoffentlich im Lauf der Handlung noch beantwortest: Was ist mit dem Vater?

Nailra hat geschrieben:Er brachte nur ein „Schiss los“ über die Lippen.


Nachdem du mich darüber aufgeklärt hast, dass man in der Schweiz kein ß schreibt, verweise ich dich nicht darauf, aber mit ie solltest du "schieß" (oder "schiess") schon scheiben. ;)

Nailra hat geschrieben:„Das heisst, du möchtest nicht mehr eine grosse Anwältin werden?“


Die Anspielung auf Coras früheren Berufswunsch kommt mir ein wenig spät und passt an dieser Stelle nicht mehr in den Zusammenhang. Bau sie früher ein, wenn noch direkt die Rede davon ist, dass Cora die Schule abgebrochen hat.

Das Gästezimmer gefällt mir aber gut. Trotz Coras Gedanken zum Thema Ordnung hoffe ich aber, dass du nicht in die traditionelle Rollenverteilugn verfällst, in der die Frau putzt und kocht und der Mann die Regeln aufstellt... oder dieses Thema zumindest mit viel Witz behandelst - bei zwei "Familienoberhäuptern" bleibt ja viel Raum für Konflikte und lustige Zwischenfälle. ^-^

Und ein Tipp noch: Entscheide dich für eine Schreibweise von "Kanada"/"Canada"! Da wir uns im deutschsprachigen Raum befinden, würde ich natürlich zur Schreibweise mit K tendieren, aber das musst du wissen.

Dann hoffe ich mal, auf eine baldige Fortsetzung! Ich will den Mitbewohner kennen lernen! Und wehe, er ist nicht über alle Maße attraktiv und charmant!!!!! ;)
„... dieses weiße Papier, das kein Ende nehmen will, brennt einem die Augen aus und darum schreibt man.“
(Franz Kafka, Brief an Milena Jesenská vom 31. Mai 1920)
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