Komplizierte Liebe - 12. Abendessen mit Kumpels

Die Mehrteiler-Story KOMPLIZIERTE LIEBE von Nailra

Komplizierte Liebe - 12. Abendessen mit Kumpels

Beitragvon Nailra » 15. Nov 2010, 13:56

Es geht weiter... :grinsen:


„Flo, du hattest vollkommen recht! Cora braucht ja eine Ewigkeit! Wir hätten mindestens eine Stunde früher nach Hause kommen sollen!“ Vinc ging im Wohnzimmer auf und ab währendem Flo auf dem Sofa lag und versuchte Fern zu schauen.
„Hab ich ja gesagt. Cora ist ein typischer Frauenfall. Sie braucht sogar noch länger als Isabell! Und das will schon was heissen, denn Isabell braucht eine ganze Weile…“
„Wer ist Isabell?“, fragte ich. Ich hatte mein rotes Röckchen angezogen und die schwarzen Higtheels. Vinc hatte sich auch ausgeputzt, wenn auch nicht so wie ich. Er trug schwarze Hosen und ein blaues Hemd, bei dem der oberste Knopf offen war. Seine Haare waren mit Gel cool frisiert.
„Meine Freundin“, antwortete Flo genervt.
„Oh ja, stimmt. Sorry… Können wir gehen, Vinc?“
„Ja, aber wir sind so oder so schon zu spät dran also spielt es keine Rolle mehr. Muss das werte Fräulein denn noch für kleine Mädchen?“
Ich machte einen Knicks und verneinte.
„Gut, dann können wir uns ja zum Abendessen begeben. Wir werden mit dem Audi fahren, dann werden wir vielleicht nicht 10 Minuten verspätet sein sondern nur 5!“ Ich verdrehte die Augen und er grinste über beide Ohren.
„Nun denn, meine Dame.“ Ich hackte mich bei ihm unter und wir verabschiedeten uns beim hinaus gehen von Flo. Wenn das kein lustiger Abend wird…

Und ich hatte recht. Schon nur als wir ankamen, fing das ganze schon an. Anscheinend wussten es nur Michael und Vinc dass ich mit komme. Vinc ging vor mir ins Restaurant.
„Da kommt ja die männliche Tussi! Braucht länger als eine Frau im Ba…“ Ja, und dann kam ich rein und es verschlug allen die Sprache. Ein langer Tisch war zu hinters und darum sassen alle: Steve, Laurent, Rick, Boris, Kai, Aless, Pesc und Michael. Neben Michael sass eine Frau, wie auch neben Steve, Rick und Aless.
Einer pfiff, wenn ich mich nicht täusche war es Rick, und die Andern lachten darauf.
Wir gingen zum Tisch und begrüssten alle. Vinc mit einem komplizierten Handschlag und ich mit drei Küsschen (was ein paarn sichtlich gefiel).
Vinc setzte sich zwischen Michael und Aless, was ich sehr schade fand, denn ich hätte gern neben ihm gesessen und ich setzte mich zwischen Rick und einer mir noch fremden Frau.
„Hi, ich bin Ann. Die Jüngste der Corney-Geschwister.“
„Hallo Ann! Schön, dass ich dich auch noch kennenlerne. Ich bin Cora, die Mitbewohnerin von Vinc.“
„Ich weiss. Sie haben schon viel über dich erzählt.“ Ich sah sie ein wenig verdutz an und das brach sie zum Lachen.
„Und wer genau meinst du mit ‚Sie‘?“, fragte ich unsicher.
„Na alle! Aber am Meisten meine Brüder und Kai.“
„Och, Ann! Das hättest du jetzt nicht sagen müssen!“ Diese Stimme kam mir bekannt vor also suchte ich den Besitzer. Ich musste nicht lange suchen, denn er sass genau gegenüber von mir. Es war Kai.
„Tut mir leid, Kai. Aber du hast mir nicht gesagt, dass ich ihr nicht sagen darf, dass du sie heiss findest. Ups…“ Sie schlug die Hände auf den Mund.„Tut mir leid!“
Kai verdrehte die Augen.„ Na toll, Ann! Was bist du bloss für ein Tollpatsch! Jetzt kannst du gerne auch ein Geheimnis über Vinc ausplaudern, das wäre Mal was ganz Neues!“
„Vinc findet dich süss, wenn du schläfst. Deshalb hat er nicht gewollt, dass dich jemand weckt am Sonntag.“ Kai fiel fast vom Stuhl vor Lachen.
„Ok, so genau wollte ich es auch nicht wissen…“ Ich schaute zu Vinc rüber und unsere Blicke trafen sich. Er lächelte mich an und ich konnte ein ‚geht’s?‘ auf seinen Lippen lesen. Ich nickte und lächelte dabei. Beruhigt schaute er wieder zu Aless, der ihm etwas über sein neues Motorrad erzählte.
Ein Kellner kam und nahm die Bestellung auf. Man sah gut, dass er schon nach wenigen Sekunden überfordert war. Ich bekam Mitleid und stand, was mich selbst überraschte, auf. Ich ging zum Kellner und sagte:„Warten Sie. Ich helfe Ihnen.“
Die Meisten schauten mich verwundert an (besonders Vinc). In Kanada war es üblich, dass grosse Familien zusammen essen gingen. Ich hatte also oft gesehen wie die Kellner die Bestellung aufnahmen.
„Wer nimmt eine Vorspeise?“ , fing ich an.
„Ich“
„Ich“
„Ich’s helfen mir nicht. Streckt die Hand hoch bitte. Nehmt ihr Salat oder etwas anderes? Salat, ok. Wer alles einen Salat will, bitte Hand heben.“ Der Kellner riss das alte Blatt vom Notizblock weg und schrieb: Salat 7.
So fragte ich weiter bis jeder gestreckt hatte. Der Kellner bedankte sich bei mir und eilte in die Küche. Der Tisch applaudierte und ich verneigte mich theatralisch.
„Du würdest eine gute Kellnerin sein. Willst du das nicht einmal versuchen? Der Wirt hat dich vom Tresen gesehen. Der würde dich sicher nehmen.“, bemerkte Laurent.
„Du hast da was vergessen, Laurent.“, meldete sich Kai, „sie arbeitet doch jetzt bei Vinc in der Werkstatt. Er würde sie nicht hergeben.“ Ich hatte mich wieder gesetzt und konterte:„ Das Problem ist nicht, dass er mich nicht hergeben würde. Ich versteh ihn ganz gut wenn er keine Zeit für was anders hat. So viele Male wie du dein Auto schrottest! Ich glaube, jedes zweite Auto, das er repariert ist deines. Wo genau hast du dein Führerschein gekauft? Ich sage bewusst gekauft, denn du kannst unmöglich die Prüfung geschafft haben.“ Jetzt lachten alle. Ich zwinkerte Vinc zu und er lächelte.
Da erhob sich Michael. Seine Freundin schlug leicht mit der Gabel an ihr Weinglas und Ruhe kehrte ein.
„Ich glaube, jetzt ist der passende Moment euch zu sagen, warum ich euch heute hier her geholt habe. Doch zuerst möchte ich etwas anderes ansprechen. Ich heisse Cora ganz herzlich Willkommen in unserem Kreis.“ Verwundert schaute ich ihn an und er lächelte mir zu.„Ich habe gehört, dass du nun endgültig hier bleibst. Das freut uns, denn obwohl wir uns noch nicht so lange kennen, haben wir dich ins Herz geschlossen.“ Er neigte die Stimme und fügte leise hinzu:„ Einige sogar mehr. Kommen wir nun zum Hauptgrund! Sandra und ich werden heiraten!“ Wir freuten uns alle für sie und glückwünschten ihnen. ( Tine… kann man das so sagen?)
Sogar die Tische um uns applaudierten mit uns.
„Vielen Dank“, unterbrach Michael das Toben, „es freut mich, dass es euch freut. An dieser Stelle möchte ich noch sagen, dass Vinc mein Trauzeuge sein wird.“ Vinc lächelte. Anscheinend wusste er es bereits. Die Salate wurden serviert und Michael setzte sich wieder. Glücklich ass ich meinen Tomatensalat auf. Ich war glücklich.

Wie feierten bis in den frühen Morgen hinein. Kurz nach dem Nachtisch war Ann auf Vinc schoss gesessen und hatte sich an ihn gelehnt. Er hatte ihr über den Rücken gestreichelt und mit ihr gesprochen. Das versetzte mir einen Stoss. Ich wendete den Blick ab und schämte mich, dass ich auf die Schwester eifersüchtig war. Der Platzt neben mir war nicht lange leer. Laurent, Rick und ich plauderten zusammen und auf einmal sprach auch Boris mit. Er hatte sich einen Stuhl genommen und hatte nun hinter mir gesessen.
Kurz vor fünf verabschiedeten wir uns. Viele waren schon früher gegangen. Die letzten Stunden hatten wir nur im kleinen Kreis verbracht: Michael, Rick, Kai, Vinc und ich. Als Kai und ich uns zum Abschied umarmten, merkte ich, wie er etwas in meine Jackentasche steckte. Von Michael bekam ich einen nach Alkohol riechenden Kuss auf die Wange. Zum Glück fuhr Kai Michael nach Hause.
„Ach Michael. Deine arme Freundin… Hoffentlich findest du den Weg auf’s Klo!“ Ich tätschelte ihm die Schulter. Seine Antwort konnte ich nicht verstehen, er lallte irgendetwas vor sich hin.

„Danke, dass du mit gekommen bist.“ Vinc und ich standen vor seinem Zimmer.
„Danke, dass du mich mitgenommen hast.“ Wir schauten uns an. Meinte ich das nur oder kam er wirklich mit seinem Kopf immer näher? Ich räusperte mich und sagte:„ Es ist schon spät und ich bin müde. Ich sollte ins Bett…“
„Ja, ja das sollte ich auch. Na dann, gute Nacht!“ Er drehte sich um und ging in sein Zimmer.
In meinem Zimmer angekommen, warf ich meine Jacke auf den Bürostuhl. Da kam mir in den Sinn, dass Kai mir doch etwas reingeschoben hatte. Ich durchsuchte eilig die Taschen. Ich fand einen kleinen Zettel. Ich holte mein Handy und speicherte sie sofort ein: Die Handynummer von Kai.

:feedback: Danke :)
Das wahre und sichtbare Glück des Lebens
liegt nicht ausser uns, sondern in uns.

Johann Peter Hebel
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Re: Komplizierte Liebe - 12. Abendessen mit Kumpels

Beitragvon Aericura » 15. Nov 2010, 15:54

Kais Handynummer??? :haeh:
Und Vinc? :(

Aaaaalso, ich setz dann mal den Rotstift an.

Vinc ging im Wohnzimmer auf und ab währendem Flo auf


"Währendem"? Was ist das für ein Wort? ;)

und die schwarzen Higtheels


Highheels

Ich hackte mich bei ihm unter


Du meinst wohl, "ich hakte mich..." Oder hackt sie ihm tatsachlich mit der Axt ein Stück ab? o_O

Schon nur als wir ankamen, fing das ganze schon an.


2mal "schon" - eines würde ich streichen.

Und wer genau meinst du mit ‚Sie‘?


"wen"

So fragte ich weiter bis jeder gestreckt hatte.


"bis [sich] jeder gestreckt hatte", vielleicht?

Ich heisse Cora ganz herzlich Willkommen in unserem Kreis.


Das halte ich ehrlich gesagt für etwas übertrieben. Ich meine: Sie kennen sich seit ein paar Tagen und bis auf Vinc, hat sie die Leute erst 1 bis 2mal gesehen... Ist es da nicht noch zu früh, um jemanden im Kreise willkommen zu heißen? ?_?

Wir freuten uns alle für sie und glückwünschten ihnen. ( Tine… kann man das so sagen?)


Nein, kann man nicht! man kann niemandem glückwünschen, aber man kann jemanden beglückwünschen. Korrekt müsste es also heißen: "und beglückwünschten sie"

Glücklich ass ich meinen Tomatensalat auf. Ich war glücklich.


Doppelt gemoppelt! ;)

auf Vinc schoss


Auch ohne ß wird der Schoß (oder Schoss) groß geschrieben.

Der Platzt neben mir


Da ist ein Buchstabe zu viel. Machen wir ein Suchspiel daraus: Welcher ist es? :bekloppt:

Danke, dass du mit gekommen bist


"mitgekommen" schreibt man zusammen.

So, und jetzt will ich SOFORT wissen, ob Cora und Kai zusammenkommen und was Vinc davon hält! :knueppel:
„... dieses weiße Papier, das kein Ende nehmen will, brennt einem die Augen aus und darum schreibt man.“
(Franz Kafka, Brief an Milena Jesenská vom 31. Mai 1920)
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